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Tempo 30: Schlecht durchdachte Aktion der Stadtverwaltung

„Die neuen Tempo 30-Beschränkungen, die die Stadtverwaltung in einigen Hauptverkehrsstraßen angeordnet hat, sind schlecht durchdacht und können sogar kontraproduktiv sein“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der Saarbrücker CDU-Stadtratsfraktion, Hermann Hoffmann, und weiter: „Die CDU-Fraktion ist durchaus für Maßnahmen zur Tempo- und Lärmreduzierung und wir haben großes Verständnis für die vom Lärm betroffenen Anwohner, aber solche Maßnahmen müssen gut vorbereitet sein und ihre Folgen bedacht werden.“

Dies aber habe die Stadtverwaltung versäumt. Wie Umweltdezernent Thomas Brück in der Sitzung des Umweltausschusses in dieser Woche auf Nachfrage der CDU-Fraktion eingestehen musste, seien die neuen Beschränkungen weder mit der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Saarbahn abgestimmt, noch habe man sie ihr zur Kenntnis gegeben. So sei beispielsweise die Linie 107, eine der zentralen Buslinien in der Innenstadt, von zwei zusätzlichen Tempo 30-Beschränkungen betroffen, sowohl in der Metzer Straße als auch in der Richard-Wagner-Straße. Dabei sei diese Linie eng getaktet und habe bereits jetzt immer wieder regelmäßig mit Verspätungen zu kämpfen. Deshalb sei es ärgerlich, wenn die Verkehrsbetriebe nicht in die Planungen einbezogen seien. „Ob das gut geht?“, fragt Hermann Hoffmann skeptisch.

Solche Fehlplanungen seien die logische Folge des Zuständigkeitswirrwarrs innerhalb der Stadtverwaltung. „So werden die Lärmschutzmaßnahmen beim Umweltdezernat erarbeitet, während die Verkehrsplanung im Baudezernat angesiedelt ist. Für den ÖPNV ist allerdings kurioserweise wieder Umweltdezernent Brück zuständig. Die Sinnhaftigkeit dieses Verantwortungssplittings konnte uns bisher niemand erklären“, stellt Hermann Hoffmann fest.

„Das Hauptargument für die neuen Tempo 30-Beschränkungen ist der Lärmschutz, viele Anwohner der stark befahrenen Straßen hoffen auf eine Lärmreduzierung. Es ist aber nicht auszuschließen, dass durch die neuen Beschränkungen und die daraus resultierenden Verspätungen der ÖPNV unattraktiver wird, weniger Menschen in den ÖPNV umsteigen oder sogar entnervt anstatt der Busse wieder das Auto benutzen. Dann fahren durch die lärmbelasteten Straßen noch mehr Autos, was die Lärmbelastung noch weiter erhöht. Diese schlecht vorbereitete Aktion der Stadtverwaltung könnte am Ende vielleicht niemandem helfen – weder den Anwohnern, noch den ÖPNV-Nutzern oder den Autofahrern“, kritisiert Hermann Hoffmann abschließend.