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Windräder sollen in Saarbrücken weiter wegrücken

„Der Mindestabstand, den Windräder von Wohnhäusern einhalten müssen, kann von 650 m auf 800 m vergrößert werden. Das hat ein Rechtsgutachten festgestellt, das der Regionalverband Saarbrücken auf Beschluss des Kooperationsrates in Auftrag gegeben hat. Die CDU-Fraktion hätte sich auch einen Mindestabstand von 1000 m vorstellen können, begrüßt aber diese Entwicklung“, erklärt Dr. Volker Krämer, der umweltpolitische Sprecher der Saarbrücker CDU-Stadtratsfraktion und Mitglied im Kooperationsrat. Außerdem hoffe man, dass sich bei den nun anstehenden Diskussionen und Abstimmungen der Planungen auf kommunaler Ebene – die bis Mai abgeschlossen sein sollen – die anderen Fraktionen dieser Meinung anschließen, so dass letztendlich Ende Juni der Kooperationsrat diese neue Regelung beschließen könne.

Windräder seien in der Bevölkerung nicht unumstritten, auch weil sie das Landschaftsbild verändern. Die Energiewende verlange aber die Aufstellung von Windrädern. „Ohne eine Planvorgabe laufen Kommunen Gefahr, dass Anlagen auch in einem deutlich geringeren Abstand zur Wohnbebauung genehmigt werden müssten. Eine Planung hingegen, die gar keinen Raum für Windkraft ausweist – eine sogenannte Verhinderungsplanung – wäre ebenfalls nicht erlaubt, da sie von Gerichten gekippt werden kann“, erläutert Dr. Volker Krämer.

„Aus umweltpolitischer Sicht wäre die neue Abstandsregelung ein akzeptabler Kompromiss. Neue Windkraftanlagen sind meist bis 200 m hoch und zudem stehen aus wirtschaftlichen wie auch aus gestalterischen Gründen – man will keine Verspargelung der Landschaft – immer mehrere Anlagen nebeneinander. Sie stellen damit einen erheblichen Eingriff in die Natur dar. Die Flügelspitzen rotieren mit mehr als 250 km/h und stellen damit eine Gefahr nicht nur für Insekten, Fledermäuse und Kleinvögel dar, sondern bedrohen auch seltene Arten wie etwa den Rotmilan“, so Dr. Volker Krämer. Auch aus bautechnischer Sicht seien die Anlagen aufgrund des hohen notwendigen Materialeinsatzes sowie der Bodenverdichtung nicht ganz problemlos.

Durch die Erhöhung des Mindestabstandes von 650 m auf 800 m, wie sie jetzt möglich sei, sinke zwar auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Saarbrücken der zulässige Flächenanteil um etwa die Hälfte auf rund 8 ha. Trotzdem könnten noch insgesamt 18 bis 24 Anlagen im Regionalverband aufgestellt werden. Zudem werde auch den Belangen und Interessen der Umlandgemeinden – auch und gerade auf französischer Seite – im Sinne eines guten nachbarschaftlichen Zusammenlebens noch mehr Rechnung getragen.

„Windkraftanlagen stehen sehr stark im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie. Auch deshalb erscheint der CDU-Fraktion, dass mit der jetzt möglichen Abstandsregelung ein gangbarer Weg gefunden wurde. Saarbrücken macht damit einen weiteren und richtigen Schritt in Richtung lebens- und liebenswerte Stadt“, so Dr. Volker Krämer abschließend.