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Ambitionsloser Nahverkehrsplan: CDU lehnt ab

„Wie soll man den Bürgerinnen und Bürgern erklären, warum sie auf den ÖPNV umsteigen sollen, wenn dieser keine zeitlichen Vorteile sowie wenig Servicequalität bietet und dazu noch recht teuer ist?“, fragt Hermann Hoffmann, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, angesichts der Verabschiedung des Nahverkehrsplans in der Stadtratsitzung am Dienstag.

Der beschlossene Nahverkehrsplan ist aus Sicht der CDU zu wenig ambitioniert und stellt lediglich eine Zustandsbeschreibung dar, daher hat die CDU den Plan auch abgelehnt. So fehlt eine grundsätzliche Optimierung des Liniennetzes; oft fahren mehrere Linien parallel oder dicht hintereinander, dann kommt aber wieder längere Zeit gar kein Bus. Man könnte doch – wie bei der Saarbahn längst üblich – in einem definierten Innenstadtradius einen festen Takt einrichten. Außerdem wird mitten in der City am Rabbiner-Rülf-Platz eine neue Haltestelle ohne dynamisches Fahrgastinformationssystem gebaut.

„Das kann doch nicht die Servicequalität einer sich als modern und bürgerorientiert verstehenden Stadt sein. Warum wird außerdem nicht festgeschrieben, dass bestimmte Busse, die für den Einsatz in höher gelegenen Stadtteilen vorgesehen sind, mit Winterreifen ausgestattet werden?“, fragt Hermann Hoffmann weiter. Altenkessel, der Scheidterberg oder auch nur der Eschberg werden schon bei geringen winterlichen Behinderungen nicht mehr angefahren. „Ein anderes Beispiel: Wenn jemand von Ensheim oder Eschringen mit Bus und Bahn zum nicht weit entfernten Klinikum auf den Winterberg will, muss er dafür in der Regel über eine Stunde Fahr- und Wartezeit aufwenden. Mit dem Auto dagegen dauert die Strecke nur wenige Minuten“, nennt Hermann Hoffmann eine weitere Schwachstelle des Saarbrücker ÖPNV. Der Nahverkehrsplan sieht auch nur vor, dass man von 80 % der Haltestellen in der Stadt in maximal 45 Minuten ans Ziel kommt; dumm nur, dass die restlichen 20 % wohl in den äußeren Stadtteilen liegen. Deren Bewohner haben das Nachsehen und müssen deutlich längere und manchmal umständliche Verbindungen auf sich nehmen.

Zudem ist auch die Preispolitik des ÖPNV überdenkenswert. Warum kann man nicht mehrere Einzelfahrscheine mit Rabatt zusammen im Block kaufen? Warum kostet es wesentlich mehr, wenn man von Kleinblittersdorf oder Heusweiler aus fünf Kilometer mit der Saarbahn fährt, als wenn man dies innerhalb der Stadt tut? „Unter diesen Umständen wundert es wirklich nicht, wenn Park-and-Ride-Angebote nur schwer in Gang kommen“, stellt Hermann Hoffmann fest. In diesem Zusammenhang erwartet die CDU-Fraktion, dass es durch den neuen Saarbahn-Geschäftsführer deutliche Impulse zur Attraktivitätssteigerung des Saarbrücker ÖPNV gibt.

„In dieses ganze Konzept fügt sich die absurde Idee des Linken-Sozialdezernenten Schindel nahtlos ein, der den Saarbrücker Bürgerinnen und Bürger mit einem – angeblich kostenlosen – fahrscheinlosen ÖPNV in die Tasche greifen will. Um dem Saarbrücker ÖPNV zu mehr Geld zu verhelfen, soll jeder erwachsene Saarbrücker 20 Euro im Monat bezahlen, ganz egal ob er Bus und Bahn nutzt oder nicht. Abgesehen davon, dass der Vorschlag schon an sich unsinnig ist, werden die Linken wohl die Ersten sein, die fordern, alle möglichen sozialen Gruppen (z.B. Hartz IV-Empfänger oder Rentner) von dieser Zahlung zu befreien. Dadurch würde der Saarbrücker ÖPNV zum Schluss sogar noch weniger Geld haben als heute. Eine Schnapsidee!“, so die abschließende Bewertung von Hermann Hoffmann.