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Saarbahnausbau nach Forbach – Wunsch und Wirklichkeit

„Die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen dem Saarland und seinen Französischen und Luxemburger Nachbarn ist mittlerweile auf vielen Ebenen gelebte Wirklichkeit. Wenn nun erneut die Idee aufkommt, die Saarbahn in Richtung Forbach und in Verbindung mit dem tram-train eventuell bis nach St. Avold zu führen, muss verantwortliche Politik dies mit Vorsicht und Besonnenheit begleiten“, so Peter Strobel, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Saarbrücker Stadtrat.

Die von Oberbürgermeisterin Britz gezeigte Euphorie sei daher aus Sicht der Fraktion naiv, die Grünen betrachteten dieses Thema mit purer Ideologie. Beides sei grob fahrlässig. Wenn man die Saarbahn bis nach Forbach führen wollte, so koste dies Millionen. Dem stehe aber nur ein geringes Fahrgastpotential gegenüber, wie die aktuellen Fahrgastzahlen der Busse zeigten. „Daher ist durchaus Skepsis angebracht, ob sich eine solche Investition auch nur ansatzweise lohnt. Denn wir wissen ja, wie schwer sich der städtische VVS-Konzern tut, die jährlichen Millionen-Verluste der Saarbahn und der Busse auszugleichen. Deshalb darf der VVS auch kein zusätzliches Defizit aufgeladen werden“, so der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Hermann Hoffmann. Es sei auch in keiner Weise erkennbar, dass es für ein solches Projekt dauerhafte Zuschüsse – die ja für den Betrieb notwendig wären – gäbe. Denn auch auf Landesseite müsse jeder Euro zweimal umgedreht werden, deshalb habe der zuständige Verkehrsminister Heiko Maas bereits abgewunken; ob die Partner auf französischer Seite bereit wären, für eine Saarbahnverbindung zu zahlen, sei ebenfalls unklar.

Zudem warte auch im Saarland auf die Saarbahn noch eine Menge Arbeit. Zurzeit gehe der Ausbau der Saarbahn nach Lebach in die letzte Runde. „Außerdem steht eine mögliche Strecke nach Völklingen im Raum. Diese wäre auch mit hohen Investitionen verbunden, hätte aber sicherlich höhere Fahrgastpotentiale als die Strecke nach Forbach. Auch im Osten der Stadt wäre eine Fortführung der Saarbahn in Richtung Scheidt denkbar, aber auch dafür fehlt momentan letztlich das Geld“, erläutert Hermann Hoffmann. Jenseits aller deutsch-französischen Verbindungen zähle vor allem der Bedarf, und der sei auf der Forbacher Strecke nachweislich zu klein.

Für die CDU-Fraktion sei der ÖPNV ein wichtiges Thema, denn ein leistungsstarker ÖPNV mit Bussen und Bahnen sei Teil einer modernen Infrastruktur einer Großstadt und der gesamten Region. Die CDU kümmere sich darum und habe in den letzten Jahren etliche Impulse gesetzt, wie zuletzt etwa das Eventticket, das in der Weihnachtszeit an den Wochenenden angeboten wurde und das in Zukunft auch beim Saarspektakel gelten soll. „Bei all dem gilt es aber Augenmaß zu bewahren. Die Stadt Saarbrücken und die Saarbahn haben jetzt schon Mühe, den aktuellen Defiziten Herr zu werden. Man kann ja durchaus auf die Zukunft spekulieren und Wünsche formulieren, aber in diesem Fall muss man auf dem Teppich bleiben“, so Peter Strobel abschließend.

Ansprechpartner: Peter Strobel und Hermann Hoffmann