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Peugeot bei Standortfrage kein fairer Verhandlungspartner

„Landesregierung und Landeshauptstadt wurden von Peugeot wohl nur dazu benutzt, um beim Kölner Angebot nachverhandeln zu können. Nachdem Markenvorstand Dardart die Auswahl Saarbrückens als Standort der Peugeot-Deutschlandzentrale Ende der sechziger bzw. Anfang der siebziger Jahre nachträglich als Fehlentscheidung bezeichnet hat, muss man davon ausgehen, dass es in den zurückliegenden Verhandlungen nie eine echte Chance für die Landeshauptstadt als gemeinsamer PSA-Standort gegeben hat“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU im Saarbrücker Stadtrat, Peter Strobel.

Mit vollem Einsatz und der weitreichenden Bereitschaft, auf Anforderungen und Wünsche von PSA einzugehen, haben sich Stadt und Land gemeinsam für den Standort Saarbrücken eingesetzt. Und das im Übrigen unter Einbeziehung sowohl der Landtags- als auch der Stadtratsfraktionen, was die Kritik von Grünen Chef Hubert Ulrich, der mit am Tisch saß, als Finte entlarvt.

„Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, Wirtschaftsminister Jacoby und die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Britz haben unter höchstem persönlichen Einsatz von heute auf morgen Termine in Paris wahrgenommen, dafür alles Andere stehen und liegen gelassen, um am Ende aus der Zeitung zu erfahren, dass Peugeot sich für den Wegzug nach Köln entschieden hat“, so Peter Strobel weiter.

Viel schlimmer muss es wohl noch den Mitarbeitern und ihren Familien gegangen sein, als die Nachricht langsam durchgesickert ist. Ganze Lebensplanungen scheinen über den Haufen geworfen; Stadt und Land müssen nun gemeinsam mit der saarländischen Wirtschaft nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten für die 220 top ausgebildeten Fachkräfte in unserem Land suchen, einerseits sind Fachkräfte gesucht und andererseits können und wollen wir auf diese Menschen nicht verzichten.

Der Weggang von Peugeot bedeutet für den Standort Saarland bzw. Saarbrücken einen erheblichen Schaden, wobei die steuerliche Betrachtung zwar weh tut, aber verkraftbar ist; das Land wird aus fehlender Umsatz-, Lohn- und Körperschaftssteuer durch den Finanzausgleich nur geringe Mindereinnahmen verbuchen. Bei der Stadt wäre ein Wegfall der Gewerbesteuer ein harter Schlag, jedoch muss man davon ausgehen, dass Peugeot aufgrund anhaltender Verluste im Zuge der Verlustverrechnung innerhalb des Konzerns bereits in den letzten Jahren keine Gewerbesteuer gezahlt hat. „Ein schlechter Abgang für ein Stück saarländische Identität“, so Peter Strobel abschließend.

Ansprechpartner: Peter Strobel