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Calypso-Verträge: Wo bleibt die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit?

„Die Saarbrücker CDU-Stadtratsfraktion hat sich in den vergangenen Tagen intensiv mit der Situation der Vereine beschäftigt, die nach dem Willen der Stadtverwaltung zukünftig keine bzw. kaum noch Schwimmzeiten mehr im Calypso-Bad haben sollen und mit den Betroffenen Gespräche geführt“, so der Fraktionsvorsitzende Peter Strobel. Der Präsident des Saarländischen Schwimm-Bundes Dr. Bernd Coen und der Ehrenpräsident Norbert Kugler verdeutlichten im Gespräch die Notwendigkeit der Schwimmstunden im Calypso-Bad und warum eine Streichung für die Vereine nicht hinnehmbar ist.

Dadurch, dass die Schwimmvereine – wenn überhaupt noch – ab nächstem Jahr in deutlich geringerem Umfang im Calypso trainieren können, sind viele dieser Vereine in ihrer Existenz bedroht. Die anderen städtischen Bäder, auf die die Vereine ausweichen sollen, sind praktisch alle belegt. Auch die immer wieder als Alternative genannten Schulschwimmbecken sind wegen ihrer geringen Wassertiefe nicht für den Trainings- und Wettkampfbetrieb geeignet. Zudem sind viele der Mitglieder, die bei den Vereinen trainieren, Kinder und Jugendliche, also Schüler. Diese haben nur ein begrenztes Zeitfenster am Nachmittag und sind auf den ÖPNV – und somit auf ein Schwimmbad in erreichbarer Nähe – angewiesen. Das war aber alles schon Ende letzten Jahres klar, als der Vertrag mit dem neuen Betreiber geschlossen wurde. „Deshalb hatte die CDU-Fraktion auch dagegen gestimmt, doch unsere Warnungen wurden leider überhört. Das rächt sich nun“, stellt Peter Strobel fest.

Immer mehr zeigt sich, dass die gesamte Vertragskonstruktion um das Calypso-Bad von Anfang an schlecht durchdacht war und schon damals mit falschen Fakten gearbeitet wurde. Dazu der CDU-Stadtverordnete Dr. Gerd Bauer: „Um den Widerstand der Vereine im Jahr 1999 gegen die Schließung des Stadtbades zu durchbrechen und zu beenden, argumentierten Oberbürgermeister Hoffmann und Sportdezernent Schmitt, dass sich die Trainingssituation für die Vereine im neuen Erlebnisbad (Calypso) verbessern werde. Heute sehen wir, wie kurzfristig die Überlegungen von damals waren, es ist zu keiner Verbesserung gekommen und der Status quo soll nun beendet werden.“

„Schon beim ersten Vertrag mit der S&S Spaßbad GmbH mussten Schwimmstunden für Vereine und Schulen nachträglich ausgehandelt werden, weil sie zunächst offensichtlich vergessen wurden. Einen solchen Fehler ein zweites Mal zu begehen, ist entweder ein besonderer Beweis der Unfähigkeit oder eine gezielte Missachtung der Vereinsinteressen“, hält Peter Strobel fest.

Zudem ist der Spareffekt deutlich geringer als von der Stadt angegeben. Statt der von Bürgermeister Latz, der den Vertrag mit dem neuen Calypso-Betreiber ausgehandelt hat, immer wieder genannten 300.000 Euro haben die Schwimmstunden der Vereine die Stadt nur rund 67.000 Euro im Jahr gekostet. Hinzu kommt, dass mit dem Zuschuss, den die Stadt jedes Jahr an den Calypso-Eigentümer KBS zahlt, die KBS auch dazu verpflichtet wird, den Einwohnern der Landeshauptstadt Saarbrücken ein ausreichendes Angebot an Bade-, Schwimmsport- und Erholungsmöglichkeiten bereitzustellen – und zwar im Calypso-Bad! „Und wie sollte der Schwimmsport anders gewährleistet werden als eben organisiert in den Vereinen?“, fragt sich Peter Strobel und stellt abschließend fest: „Die Stadt spart wieder einmal am falschen Ende, nämlich auf Kosten der Vereine. So wird ehrenamtliches Engagement mit Füßen getreten.“

Ansprechpartner: Peter Strobel und Dr. Gerd Bauer