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Pläne des neuen Fahrradbeauftragten: So kommen die Saarbrücker Radfahrer nicht in Fahrt

„Der neue Fahrradbeauftragte Rainer Bier will Autofahrer für den Drahtesel begeistern, konnten wir der SZ entnehmen. Um das zu erreichen, will er massiv in den Straßenraum eingreifen. Die Begeisterung wird, ob dieser Ankündigung, bei den Autofahrern nicht zu bremsen sein“, so der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, Hermann Hoffmann.

Seit über einem halben Jahr verstecke sich der neue Oberradfahrer im Dezernat von Herrn Breuer und gemeinsam mit Herrn Breuer, um dann mit dem bahnbrechenden Vorschlag an die Öffentlichkeit zu treten, dass nicht nur mehr Geld für den Radverkehr bereit gestellt werden müsse, sondern viel mehr Geld. „Auch für die in der Vorstellung genannten weiteren Schwachstellen, warum Saarbrücken im Vergleich zu anderen Städten geringeren Radverkehr hat, hätten wir keinen neuen Fahrradbeauftragten gebraucht. Weitere Ideen, Konzepte und Aktionen des Teams Breuer-Bier sind bisher Fehlanzeige!“, stellt Hermann Hoffmann fest. Das leidige Zuparken von Radwegen oder die unbefriedigende Anbindung einzelner Stadtteile seien schon längst bekannt.

Weder sei die Verwaltung in der Lage, das Zuparken durch systematische Kontrollen zu verhindern, noch sei z. B. durch die Oberbürgermeisterin oder Herrn Breuer ernsthaft am Ausbau des Radwegenetzes gearbeitet worden. Und auch die Grünen-Stadtratsfraktion habe mit ihren Koalitionspartnern diesbezüglich kaum Akzente gesetzt. „Am Rotenbühl wurde sogar 2011 der Weiterbau des Fuß- und Radwegs an der Bahn entlang zum Ostbahnhof abgelehnt – wohl deshalb, weil dieses Projekt von der örtlichen CDU vorgeschlagen wurde“, vermutet Hermann Hoffmann.

Wer jedoch das Radfahren attraktiver machen wolle, sollte sich vom Grundsatz her bemühen, Menschen zum Umsteigen zu motivieren und nicht die einzelnen Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Und man könne an diversen Stellen ansetzen: „Wie sind beispielsweise unsere Schulen ans Radwegenetz angebunden? Gibt es für die einzelnen Schulen Radwegepläne? Sind die Abstellmöglichkeiten für Räder in der Stadt ausreichend? Gibt es Radständer für Kinderräder? Welche Aktionen - auch mit der Geschäftswelt - könnte man konzipieren, um das Einkaufen mit Rädern zu verbessern? Ist das Angebot, Räder in Bussen und Bahnen mitzunehmen angemessen und preiswert? Wie kann man ÖPNV und Radfahren besser koordinieren? Wie kann man Elektroräder besser in Szene setzen?“, fragt Hermann Hoffmann. Das bisher einzige Projekt dazu habe wohl gerade die Oberbürgermeisterin beerdigt. Und Elektroräder wären in einer so von Hügeln geprägten Stadt, wie Saarbrücken es nun mal ist, sicherlich besonders geeignet.

Nun forderten die Grünen, dass der Fahrradbeauftragte in die Arbeit des Baudezernates eingebunden wird. Prima! Klar sei, dass ein Radbeauftragter ohne diese Einbindung nicht arbeiten kann. Aber warum werde dann diese Funktion nicht gleich wieder ins Baudezernat verlegt? Welche sachlich-fachlichen Beziehungen bestehen überhaupt zum Dezernat von Herrn Breuer? „Wir sehen kaum Zusammenhänge, viele aber zum Baudezernat und den dort angesiedelten Ämtern und Aufgaben. Wir fordern die Oberbürgermeisterin auf, diesen organisatorischen Unfug umgehend zu beseitigen“, so Hermann Hoffmann. Wenn die Stadt Saarbrücken sich schon für viel Geld einen zusätzlichen eigenen Radbeauftragten leiste, dann müsse er dort angesiedelt sein, wo er optimal arbeiten könne und sich nicht ständig in Kompetenzgerangel verirre. Das spart Zeit und Geld! „Oder werden wir in den nächsten Monaten damit überrascht, dass im Umweltdezernat um den Radbeauftragten herum eine neue Abteilung aufgebaut wird?“, fragt Hermann Hoffmann abschließend.

Ansprechpartner: Hermann Hoffmann