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Stadt der armen Kinder

Saarbrücken belegt einen Spitzenplatz bei der Kinderarmut. Laut einer aktuellen Studie lebt bei uns mehr als jedes dritte Kind in Armut und wächst in einem Hartz IV-Haushalt auf. Damit liegt die Landeshauptstadt auf Platz drei (!) der deutschen Großstädte, lediglich in Gelsenkirchen und in Bremerhaven ist die Armutsquote noch höher. Und während diese Quote bundesweit zwischen 2007 und 2016 leicht gesunken ist, ist sie in Saarbrücken deutlich gestiegen. Es gibt sogar Stadtteile, in denen der Anteil armer Kinder bei über 50 % liegt, also mehr als die Hälfte der Kinder in Armut aufwächst.
Ich finde diese Zahlen erschreckend. Sie zeigen, dass vor uns eine große Aufgabe liegt, denn Armut hat sich in unserer Stadt tief und fest eingenistet. Kinder aus ärmeren Familien haben schlechtere Zukunftsperspektiven als andere, ob bei Bildung oder der Berufswahl – selbst bei der Gesundheit sind die Auswirkungen der Armut spürbar. Arme Kinder haben arme Eltern. Familien brauchen Unterstützung, eine Perspektive auf Einkommen und Hoffnung für die Zukunft.
Es ist nicht falsch, auch an die Verantwortung des Bundes zu appellieren, wie es die Verwaltungsspitze getan hat – es reicht aber nicht aus. Wenn uns Armutsbekämpfung wirklich am Herzen liegt, dann müssen wir mehr tun – mehr tun als bisher – für Familien und Alleinerziehende.