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Weiterhin bis Saargemünd

Letzte Woche gab es eine gute Nachricht für die Saarbahn: Die Verbindung nach Saargemünd ist bis Ende 2016 gesichert. Die französische Staatsbahn SNCF wollte die Benutzungsgebühr für den rund 600m langen Streckenabschnitt in Frankreich von bisher 42.000 Euro auf 233.000 Euro – also um über 450 % – erhöhen. Viel zuviel für die ohnehin defizitäre Saarbahn, die Strecke war ernsthaft in Gefahr.
Jetzt wurde ein Kompromiss gefunden, den die Saarbahn wirtschaftlich gerade noch mittragen kann. Dieses Verhandlungsergebnis ist ein Erfolg für die deutsch-französische Kooperation, die ganze Sache zeigt aber auch, wie fragil die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in manchen Bereichen immer noch ist.
Daher ist es höchst fragwürdig, wenn jetzt wieder die Weiterführung der Saarbahn bis nach Forbach ins Gespräch gebracht wird. Alleine der Bau dieser Strecke – die ja deutlich länger wäre wie der Streckenabschnitt nach Saargemünd – würde etliche Millionen kosten. Zudem wird nur ein geringes Fahrgastpotenzial vorhergesagt, die Verbindung würde sicher dunkelrote Zahlen schreiben. Dabei hat es die Saarbahn schon jetzt schwer genug mit dem vorhandenen Defizit. Das saarländische Wirtschaftsministerium ist vorsichtig, schließlich ist nicht einmal geklärt, ob die französische Seite etwas für den Bau und vor allem den Betrieb dieser Saarbahnlinie beisteuern würde. Selbst dann wäre noch immer nicht ausgeschlossen, dass in ein paar Jahren neue Forderungen der SNCF das Aus für diese Linie bringen könnten. Ich bekenne mich unumwunden zur deutsch-französischen Freundschaft, dennoch kann man in so ein unsicheres Projekt nicht Millionen an Steuergeldern geben, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt.