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Quote deutlich verfehlt

In knapp einer Woche gibt es für Kinder unter 3 Jahren ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz; in Saarbrücken sind das über 4.100 Kinder.
Insgesamt stehen in Saarbrücken aber nur rund 1.200 Krippenplätze zur Verfügung, also für weniger als 30 Prozent der Kinder – eine der niedrigsten Quoten im ganzen Land. Damit wird der Richtwert der 35 Prozent-Quote deutlich verfehlt, zudem ist nach Ansicht von vielen Experten die Nachfrage in einer Großstadt wie Saarbrücken wesentlich höher. Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz wird also in Saarbrücken kaum gewährleistet werden können. Der allergrößte Anteil des Betreuungsangebotes wird von nicht-städtischen Einrichtungen und Tagesmüttern bereitgestellt. In den städtischen Kindertageseinrichtungen gibt es weniger als 200 Krippenplätze – auch deshalb, weil die Stadt seit Ende 2008 noch nicht einmal 100 neue Krippenplätze geschaffen hat.
Das zeigt: Die Saarbrücker Stadtverwaltung war in den letzten viereinhalb Jahren in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Schlafwagen unterwegs – das steht in krassem Gegensatz zu dem Anspruch als kinderfreundliche Stadt, den die Stadtverwaltung sonst immer vor sich herträgt. Diese Schlafmützigkeit kann die Stadt noch eine Menge Geld kosten, denn die Fördergelder für neue Krippenplätze sind praktisch erschöpft. Zudem ist zu erwarten, dass dem Regionalverband zahlreiche Schadensersatzklagen von Eltern drohen, die keinen Krippenplatz für ihr Kind bekommen. Diese Kosten wird die Stadt Saarbrücken zu rund 60 Prozent über die Regionalverbandsumlage tragen müssen.
Die Stadt hätte das Geld also besser für Krippenplätze als für Gerichts-, Anwalts- und Schadensersatzansprüche ausgeben sollen.