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Die Müllverwiegung ist nicht gerecht

Letzte Woche hat Umweltdezernent Breuer eine positive Bilanz zu einem Jahr Müllverwiegung gezogen. War ja auch klar. Dabei hat er aber einiges verschwiegen. Er gibt zwar an, wilde Entsorgungen, wie im Wald, in städtische Papierkörbe etc. scheinen nicht deutlich gestiegen zu sein. Dafür wird aber seit Einführung der Müllverwiegung in den Müllgefäßen von Wohnungsgesellschaften und auf den Parkplätzen von Einkaufszentren erheblich mehr Müll entsorgt.
Die in Saarbrücken praktizierte Form der Müllverwiegung ist kein verursachergerechtes Gebührensystem. Benachteiligt werden vor allem Bewohner von Mehrfamilienhäusern. Nachbarn, die sich nur wenig für ökologische Belange interessieren, können weiter in großem Umfang Müll produzieren und sparen trotzdem, weil sie von den Sparbemühungen ihrer Mitbewohner profitieren. Auch sind junge Familien mit Kleinkindern sowie ältere Menschen mit Inkontinenz die Benachteiligten in diesem System. Der „Windelbonus“ ist hier auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die tatsächliche Mehrbelastung ist viel höher.
Verschwiegen wurde auch, dass viele Bürger durch die Mindestmassenregelung benachteiligt werden. Die wird in jedem Fall berechnet, sogar wenn man weniger Müll produziert. Im Gebührenbescheid wird dann die Mindestmasse aufgeführt, nicht jedoch die tatsächlich eingeworfene Menge. Damit ist nicht erkennbar, wie viel man wirklich gespart hat. Es gibt auch keinerlei Hinweis darauf, dass man durch die Wahl einer kleineren Tonne oder eines anderen Leerungsrhythmus Gebühren sparen kann. Mülltrennung und Müllvermeidung sind wichtige Ziele, aber bei der Entsorgung muss es gerecht zugehen – und die Müllverwiegung ist alles andere als gerecht.