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Schlechter Abgang

Vor einer Woche kam für die Peugeot-Mitarbeiter in Saarbrücken die Schock-Nachricht, dass die Deutschlandzentrale nach Köln umzieht. Dadurch fehlen hier bei uns nicht nur Steuereinnahmen, viel schlimmer ist, dass auf einen Schlag über 200 Arbeitsplätze verschwinden. Ein schwerer Rückschlag für den Standort Saarbrücken und das Saarland, aber vor allem für die Mitarbeiter und ihre Familien. Ganze Lebensplanungen scheinen über den Haufen geworfen; Stadt und Land müssen nun gemeinsam mit der saarländischen Wirtschaft nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten für die über 200 top ausgebildeten Fachkräfte in unserem Land suchen. Einerseits sind Fachkräfte gesucht und andererseits können und wollen wir auf diese Menschen nicht verzichten.
Mit vollem Einsatz und der weitreichenden Bereitschaft, auf Anforderungen und Wünsche von PSA einzugehen, haben sich Stadt und Land gemeinsam für den Standort Saarbrücken eingesetzt – leider vergeblich. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, Wirtschaftsminister Jacoby und die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Britz haben unter höchstem persönlichen Einsatz von heute auf morgen Termine in Paris wahrgenommen, dafür alles Andere stehen und liegen lassen, um am Ende quasi aus der Zeitung zu erfahren, dass Peugeot sich für den Wegzug nach Köln entschieden hat.
Rückblickend muss man also sagen, dass Peugeot bei der Standortfrage kein fairer Verhandlungspartner war. Landesregierung und Landeshauptstadt wurden von Peugeot wohl nur dazu benutzt, um beim Kölner Angebot nachverhandeln zu können. Saarbrücken hatte bei den zurückliegenden Verhandlungen nie eine echte Chance. Ein schlechter Abgang für ein Stück saarländische Identität.