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Müllverwiegung als ideologisches Modell

Sicher haben Sie auch in der vergangenen Woche das nette Büchlein des städtischen Entsorgungsbetriebs ZKE mit Informationen zur Müllverwiegung bekommen. Für viel Geld wurde diese Verdummungsfibel gedruckt, die uns Bürgern mit dem sympathischen Slogan „Ihre Tonne achtet jetzt aufs Gewicht“ die angeblichen Vorzüge der Müllverwiegung vorgaukeln will. Fakt ist: Sparen werden nur Extrem-Trenner und Entsorgungskreative, die ihren Müll sonst wohin bringen. Für alle anderen, wahrscheinlich 95 Prozent der Saarbrückerinnen und Saarbrücker, wird’s deutlich teurer!
Es wird aber nicht nur teurer, sondern unter Umständen auch noch gefährlich; der Nachbarschaftsfriede in Mehrfamilienhäusern gerät in Gefahr! Stellen Sie sich vor, in einem Fünf-Parteien-Haus bemühen sich drei Parteien redlich, ihren Müll zu trennen und im Sinne der Gewichtsverringerung zu reduzieren. Den beiden anderen Parteien ist das vollkommen egal, von ihnen fliegt weiterhin alles in die gemeinsame Restmülltonne. Der Müll wird gewogen, die Kosten werden durch fünf geteilt, die drei Müllreduzierer sind die Dummen; sie machen sich die Mühe und zahlen am Ende noch für die anderen drauf. Keine schöne Vorstellung – aber ab Januar Realität!
Das kommt dabei heraus, wenn Grüne, SPD und Linke mit ihrer Stadtratsmehrheit ideologische Modelle durchsetzen, ohne vorher den gesunden Menschenverstand zu bemühen. Zumindest konnte Rot-Rot-Grün mittlerweile davon überzeugt werden, dass die Verwiegung Mehrkosten für Windelnutzer mit sich bringt und deshalb für diese Gruppen über eine Entlastung nachgedacht werden muss. Um den ganzen Murks wieder hinzubiegen, wird dann aber der Saarbrücker Steuerzahler herhalten müssen.