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Mogelpackung Müllverwiegung

Jetzt ist es offiziell: In der letzten Stadtratssitzung haben SPD, Linke und Grüne die Müllverwiegung in Saarbrücken beschlossen. Damit bezahlen alle Saarbrücker ab nächstem Jahr ihre Müllgebühren nach Gewicht.
Was auf den ersten Blick vielleicht praktikabel wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als große Mogelpackung und sozial ungerecht. Geld spart nur, wer mindestens 20 % weniger Müll produziert als jetzt. Wer also bisher schon schön getrennt und Müll vermieden hat, ist der Gelackmeierte. Familien mit kleinen Kindern, die Windeln brauchen, müssen ebenso kräftig draufzahlen; genau wie diejenigen, die in einem Mehrfamilienhaus leben und dort natürlich keinen Einfluss auf die Wegwerfgewohnheiten ihrer Wohnungsnachbarn haben. Die Müllgebühren werden auf alle Mieter gleichmäßig umgelegt, der Müllvermeider zahlt dann für den Wegwerfkönig!
Ganz „kreative“ Sparer werden vielleicht auf die Idee kommen, ihren Müll im Wald oder in fremde Tonnen zu entsorgen. Wenn Sie verhindern wollen, dass jemand seinen Müll in Ihre Tonne wirft, bleibt Ihnen nur, sich beim ZKE ein Schloss für diese zu mieten – natürlich gegen Gebühr – oder Sie schaffen sich einen Hund an, der Ihre Tonne bewacht. Dumm nur, dass Rot-Rot-Grün gerade auch die Hundesteuer drastisch erhöht hat.
Jetzt das Beste: Vom Geld des Saarbrücker Müllgebührenzahlers wurde ein Gutachter beauftragt, der die Auswirkungen der Müllverwiegung beurteilen sollte. Dieser hat attestiert, dass die Verwiegung Unfug ist, trotzdem wird sie eingeführt! Das dicke Ende: Mit einer Werbekampagne für bis zu 100.000 Euro soll uns Bürgern die Verwiegung auch noch als tolle Idee verkauft werden. Um im Mülljargon zu bleiben – Ich schmeiß mich weg!